Schleppen mit der Pose

Schleppangeln bringt im Laufe eines Angeltages häufig die meisten Forellen an den Haken, da man so die Forelle sucht / aufspürt und nicht wartet, bis sie zufällig am Köder vorbeischwimmt. Da Fische ihre Beute nicht nur mit den Augen und dem Geruchssinn, sondern auch mit dem Seitenlinienorgan wahrnehmen, sorgt ein Köder, der sich rege im Wasser bewegt für mehr Interesse. Darin sehe ich auch den Grund, warum (geschleppte) Forellenteige so ausgesprochen erfolgreich sind: grelle Farben, starker Geruch und Bewegung. Da Forellenteig auch stationär gefischt sehr gute Erfolge bringen kann und schlanke Posen weniger störend ins Wasser tauchen, bzw. besser durchs Wasser gleiten, wird eine sogenannte “Penne-Pose” montiert. Diese Posen werden meist mit zwei farblich unterschiedlich lackierten Enden (Rot und Gelb) angeboten, was die Möglichkeit eröffnet,
je nach Lichtverhältnis, das besser sichtbare Posenende zur Bissanzeige zu verwenden.
Die Grösse (Tragkraft) der Pose ist hauptsächlich davon abhängig, wie weit geworfen werden muß, bzw. wie tief man schleppen möchte. Eine Pose mit 2 bis 4 g Tragkraft ist meist ausreichend. Zur Ausbleiung der Pose sollten möglichst Durchlaufbleie benutzt werden, da Klemmbleie die Schnur quetschen und beschädigen können. Um den Wirbelknoten vor dem Blei zu schützen, wird eine Gummiperle vorgeschaltet. Als Wirbel muß unbedingt ein Dreifachwirbel verwendet werden, um den Drall, den der rotierende Köder erzeugt, abzufangen. Bei der Vorfachlänge bevorzuge ich eine Länge um die 60 cm,
da der Köder sonst zu weit vom Bleigewicht entfernt ist und dadurch zu stark zur Wasseroberfläche gedrückt wird.
Damit der Teig beim leichtesten Zug an der Schnur durchs Wasser rotiert,
hat es sich bewährt, ihn in der Form eines Spinnerplättchen um den Haken zu kneten.
Schlepptechnik:
Nach dem Auswurf der Montage wird die Rutenspitze in einem Winkel zwischen 45 und 90 Grad zum Ufer sowie zwischen der 9-Uhr- und 11-Uhr-Stellung zum Boden gehalten.
Beim Schleppen wird der Köder mit variablen Tempo und mit Schlepppausen eingeholt,
in denen dann oft ein Anbiß erfolgt, weil sich nun der Köder, aufgrund der Verdrallung des Vorfaches, in die Gegenrichtung rotiert. Bemerkt man einen Biß, wird sofort die Rutespitze in Richtung der Pose geführt und dabei der Schnurfangbügel geöffnet. Wenn nach einiger Zeit die Pose zügig abtaucht ist / abgetaucht bleibt und der Fisch Schnur nimmt, wird der Schnurfangbügel geschlossen, vorsichtig Kontakt zum Fisch aufgenommen und ein sanfter Anhieb gesetzt.

Posenmontage

Bezugsquelle Forellenposen

Schleppen mit dem Sbirolino

Mit Sbirolinos kan man praktisch jede Wassertiefe im Teich absuchen. Generell kann man Sbirolinos grob in drei Klassen einteilen: schwimmend (galleggiante), sinkend (affondante) und langsam sinkend (semi-affondante

[die Bezeichnung halbsinkend finde ich persönlich als irreführend: Sbirolinos sind entweder sinkend oder nicht – es gibt ja auch kein halbschwanger …]).
Die schwimmenden Sbirolinos sind zum Schleppangeln und  zum (bewegten) Posenangeln an der Oberfläche geeignet. Die andern beiden Typen unterscheiden sich in ihrem relativen Sinkgewicht. Ist ein Sbirolino beispielsweise mit 8 (1,8) beschriftet, so bedeutet dies, das er insgesamt 8 Gramm wiegt und im Wasser wie ein 1,8 Gramm schweres Blei absinkt. Ein schnell sinkender Sbirolino würde sich wie ein 3,5 Gramm schweres Blei verhalten. Mit den normal sinkenden Sbirolinos schleppt man die oberen und mittleren Wasserschichten im Teich ab. Die tieferen Wasserschichten erreicht man mit einem schnell sinkenden Sbirolino. Einige Hersteller bieten bei den sinkenden Sbirolinos mehrere Varianten an, weshalb hierbei weniger die Bezeichnungen langsam sinkend oder sinkend verwendet werden. Stattdessen erfolgt entweder die Angabe einer ungefähren Lauftiefe oder das effektive Sinkgewicht.
Was das Gewicht des Sbirolinos angeht, sollte man es möglichst klein wählen, aber daran denken, daß je höher das effektiver das (effektive) Sinkgewicht eines Sbirolinos ist, desto langsamer steigt beim Schleppen zur Wasseroberfläche auf. Wenn es die benötigte Wurfweite erlaubt, benutze ich normal / langsam sinkenden Sbirulino mit einem Wurfgewicht von 8 g für das oberflächennahe Schleppen und einen schnell sinkenden Sbirolino mit einen Wurfgewicht von 12g für die tieferen Wasserschichten. Die Schlepp- und Sinkeigenschaften können neben dem effektiven Sinkgewicht und ders Gewichtsschwerpunktes im Sbiro-Körper auch durch die Körperformen variiert werden. Bauchige Sbirolinos unterstützen eine langsame Köderführung, da sie träger auf die Rutenbwegungen beim Einholen reagieren. Torpedoförmige Köder sinken schneller ab und reagieren agiler beim Einholen.

Die deutschen Marken begnügen sich in der Regel mit jeweils einer Sbirolino-Serie in den oben bereits genannten Klassen. Italienische Firmen hingegen kommen den speziellen Wünschen / Anforderungen des italienischen Marktes nach und bieten deshalb meist gleich fünf und mehr Serien an. Ursache dafür ist wohl die Tatsache, daß dort mit Sbiros nicht nur in (flachen) Forellenseen, sondern auch in tiefen Seen und im Meer geangelt wird.
Inzwischen hat die Firma Exori in Deutschland vier Sbirolino-Serien mit verschiedenen Lauftiefen im Programm. Besonders benutzerfreundlich ist die Angabe des Lauftiefenbereiches auf jeden Sbirolino (Exori nennt sie Horizontal Zocker, da durch zwei Gewichtseinlagen im Schleppkörper das Kippverhalten bei Schlepppausen minimiert wurde und er dadurch „horizontal“ absinkt). Wie bei italienischen Marken üblich, kann man die einzelnen Serien mit einem Blick auf den Farbring unterscheiden.

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